Klimaschutz: Maledivens Präsident Nasheed zu Besuch in Berlin |
Um auf die Bedrohung seines Landes durch den Klimawandel aufmerksam zu machen, traf der maledivische Präsident Mohamed Nasheed bei seinem ersten offiziellen Staatsbesuch in Deutschland mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen zusammen – und bat um Unterstützung.
Bei einem Abendessen mit Christian von Stetten bedankte sich der Präsident zudem für dessen Hilfe, die Kontaktaufnahme zu Institutionen, Organisationen und Firmen ermöglicht zu haben, welche den Malediven helfen sollen, die von Nasheed im Januar verabschiedete CO2-Erklärung auch umzusetzen. Denn: Die Malediven haben sich gegenüber dem Klimasekretariat der Vereinten Nationen verpflichtet, bis zum Jahr 2020 ihren nationalen Kohlendioxidausstoß um 100 Prozent zu senken, also auf Null zu setzen. Erklärtes Ziel: Sonne und Wind sollen die Energieversorgung des Atolls sichern.
Von Stetten: „Es ist eine faszinierende Aufgabe, einem kleinen Land dabei zu helfen, den gesamten CO2-Ausstoß binnen zehn Jahren um 100 Prozent zu verringern. Die Malediven wären damit der erste CO2-Neutrale Staat weltweit.“
Präsident Nasheed: „Wenn die Malediven jetzt nicht gerettet werden können, dann glauben wir kaum, dass es für den Rest der Welt noch Hoffnung gibt." Bisher wurden schon die Bewohner von 14 Inseln evakuiert. Nach UN-Prognosen wird die Inselgruppe bis zum Jahr 2100 zum größten Teil überflutet. Die Inseln liegen im Schnitt nur 2,1 Meter über dem Meeresspiegel, damit sind die Malediven der weltweit am niedrigsten gelegene Staat.
Aber auch dasTreffen mit Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen war erfolgreich: In Berlin wurde eine intensivere Zusammenarbeit vereinbart. Röttgen: „Die Kooperation mit den vom Klimawandel besonders bedrohten Staaten wie den Malediven ist mir ein besonderes Anliegen. Ich freue mich, dass Präsident Nasheed und ich heute Gelegenheit hatten, über den Fortgang der internationalen Klimaverhandlungen und den Ausbau der bilateralen Umweltkooperation beider Staaten zu sprechen.“
Das Bundesumweltministerium wird nun prüfen, welche konkreten Klimaschutzprojekte der Malediven in den kommenden Jahren aus der Internationalen Klimaschutzinitiative des BMU gefördert werden können.
Bundeskanzlerin Merkel bekräftigte ebenfalls ihre Unterstützung: „Die Bundesrepublik Deutschland, die Europäische Union und die Malediven sowie alle kleinen Inselstaaten sind Verbündete im Kampf gegen den Klimawandel“, so Merkel in einer Presseerklärung. „ Wir haben noch einmal die Verhandlungen in Kopenhagen ausgewertet und sind zu der Überzeugung gelangt, dass wir vorankommen müssen. Das Ergebnis von Kopenhagen war enttäuschend. Aber gerade für ein Land wie die Malediven ist der Klimawandel ganz hautnah zu spüren. Deshalb ist es unsere gemeinsame Verantwortung, hierbei voranzugehen.“
Großes Interesse für sein Land erzeugte auch der Besuch von Präsidenten Nasheed auf der Internationalen Tourismusbörse. Dicht gedrängt standen die Besucher um den maledivischen Holzbungalow in Halle 5 im Berliner Kongresszentrum.
(Rechts im Bild) Überraschung für Präsidenten Nasheed:
Der Niedernhaller Künstler Timo Würz und Christian von Stetten überreichten dem Staatsoberhaupt ein Bild von seinem ersten offiziellen Hauptstadtbesuch.







